Zwischenevaluierung des Europäischen Solidaritätskorps: Über 100’000 junge Menschen engagieren sich aktiv für ein solidarisches Europa

Die Europäische Kommission hat am 1. April 2025 die Zwischenbewertung des laufenden Programms «Europäisches Solidaritätskorps» für den Zeitraum 2021–2027 sowie die Abschlussbewertungen der vorangegangenen Initiativen (Solidaritätskorps 2018–2020 und EU-Freiwillige für humanitäre Hilfe 2014–2020) vorgelegt. Die Ergebnisse unterstreichen nicht nur die hohe Relevanz des Programms, sondern verdeutlichen auch dessen transformative Wirkung auf europäischer Ebene.

Ein zentrales Ergebnis: Mehr als 100’000 junge Menschen haben sich seither in vielfältigen Projekten in ganz Europa für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Inklusion und Solidarität engagiert. 

Bedeutung und gesellschaftlicher Mehrwert

Seit seiner Einführung als eigenständiges EU-Programm im Jahr 2018 fungiert das Europäische Solidaritätskorps als wichtiger Impulsgeber für zivilgesellschaftliches Engagement. Die Projekte adressieren soziale, ökologische und humanitäre Herausforderungen. Dabei leisten sie nicht nur einen Beitrag zur Resilienz der Gesellschaft, sondern stärken auch die europäische Identität sowie die europäischen Werte.

Zentrale Ergebnisse der Zwischenevaluierung

  • Hohe Wirksamkeit: Die Evaluation zeigt, dass 71 % der Teilnehmenden ohne das Programm keine vergleichbaren Möglichkeiten zur Beteiligung gehabt hätten.
  • Inklusion: Der Anteil junger Menschen mit geringeren Chancen ist zwischen 2018 und 2023 von 25 % auf 40 % gestiegen – ein klares Zeichen für die inklusive Ausrichtung des Programms.
  • Effizienz: Trotz ökonomischer Herausforderungen konnte die Wirkung des Programms verdoppelt werden.
  • Humanitärer Bereich: Der Aktionsbereich «Humanitäre Hilfe», eingeführt im Jahr 2023, verzeichnete bereits knapp 200.000 Interessensbekundungen – bei deutlich begrenzter Kapazität.

Erkannte Herausforderungen und Empfehlungen

Die Evaluierung identifiziert auch Handlungsfelder, die einer vertieften Betrachtung und Weiterentwicklung bedürfen:

  • Förderung der Inklusion: Erhöhte Unterstützung für benachteiligte Jugendliche durch zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit und niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten.
  • Finanzielle Ausstattung: Eine Anpassung der Mittel an die wachsenden programmatischen Anforderungen erscheint notwendig, um die Wirkung langfristig zu sichern.
  • Digitale Transformation: Optimierung der IT-Infrastruktur und Reduktion bürokratischer Hürden zur Effizienzsteigerung.
  • Geografische Ausgewogenheit: Ausweitung der Beteiligung auf alle Mitgliedstaaten und Regionen, um Teilhabechancen gleichmässig zu verteilen.
  • Einbindung von Drittstaatsangehörigen: Überprüfung bestehender Visaregelungen zur Förderung einer breiteren Partizipation.
  • Kohärenz im Bereich «Humanitäre Hilfe»: Klärung des Programmziels sowie eine potenzielle Angleichung der Altersgrenze an die übrigen Programmteile.

Ausblick: Zukunft europäischer Solidarität gestalten

Die Erkenntnisse aus der aktuellen Bewertung sollen gezielt in die konzeptionelle Weiterentwicklung des Europäischen Solidaritätskorps nach 2027 einfliessen. Ziel bleibt es, ein nachhaltiges, inklusives und wirkungsvolles Instrument zur Förderung junger Menschen in Europa weiter zu stärken.

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